Holocaust-Gedenken I | Gemarke

Holocaust-Gedenken in der Gemarke

Gottesdienst zum Holocaust-Gedenken
26.1., 10.30 Uhr
Gemarker Kirche
Zwinglistraße 5
42275 Wuppertal

Im Gemeindebrief heißt es:

Am 27. Januar vor 75 Jahren haben Soldaten der Roten Armee das Konzentrationslager Auschwitz befreit.

Ich will mich erinnern, und aus der Erinnerung mich für meine Zukunt orientieren lassen. Ich bin dankbar, in einem Land zu leben, in dem es ein Grundgesetz gibt, das alle Menschen davor schützen will, dass ein Holocaust nochmal passiert. Ein Land, das aus dieser Geschichte lernen will und sich erinnern will an den 27. Januar 1945.

Ich bin froh in einem Land zu leben, in dem ein Udo Lindenberg mit einem Kinderchor „Kids on stage“ singen kann:

Stell dir vor es ist Frieden und alle ziehen hin Komm wir ziehen in den Frieden.
Wir sind mehr als du glaubst.
Wir sind schlafende Riesen
Aber jetzt stehen wir auf ...

Und Kinder aus dem Chor lesen laut unser Grundgesetz vor:

Dankbar für das Grundgesetz

Artikel (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpfichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Und Artikel 3 (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Gedenken statt Vergessen

Um dran zu bleiben, gedenken wir.

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Die Inhafierten haben damals ein Licht gesehen. „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht.“ das hoffnungsvolle Wort des Propheten Jesaja.

Es war kein Licht, das alles überstrahlt hat. Zu schrecklich waren die Erfahrungen, die diese Menschen machen mussten. Die erlebten Morde, die Folter, der Hunger, die tägliche Demütigung – das lässt sich nicht einfach vergessen und wegstecken.

Auschwitz steht für den Wahn eines Unrechtsystems. Auschwitz steht für die Ermordung von Juden, Polen, Russen, Sinti und Roma. Und Auschwitz steht auch für Menschen, die ihrem Gewissen folgten und Widerstand geleistet haben und dafür mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Demut gehört zum Erinnern

Die Geschichte, die Gott mit seinem Volk geht, ist eine Heils- und Leidensgeschichte. Warum nur lässt GOTT so etwas zu?

Zum Erinnern gehört für mich Demut, ich gestehe mir die Nicht-Erklärbarkeit der Geschichte ein.

Und auch: Für mich als Christin und Pfarrerin ist GOTT auch fremd, der ganz Andere, der er ist und bleibt.

Trotzdem oder gerade deshalb lassen wir uns von Gott erinnern, dass dort, wo Menschen entwürdigt und entmenschlicht werden, Gott selbst erniedrigt, entwürdigt und geschändet wird.

Dennoch-Vertrauen

Und gerade deshalb lassen mich nationalistische Reden und so selbstverständlich gewordene Unmutsäußerungen gegenüber Gefüchteten nicht in Ruhe. Von der Leidens- und Hoffnungsgeschichte zu erzählen, sind wir schuldig uns und unseren Kindern. In ihnen birgt sich dieses „Dennoch-Vertrauen“.

GOTT lass ich mir nicht nehmen. Und denen, denen alles geraubt wird, denen können, ja dürfen wir GOTT nicht nehmen.

Manchmal habe ich Sehnsucht und ich möchte wie Mose die Schuhe ausziehen düfen und in der Nähe GOTTES sein, und für mich hören „Ich werde mit dir sein“. Ich möchte mich erinnern und gedenken und daraus die Hoffnung schöpfen und einfach „Nicht müde werden”, wie Hilde Domin uns dichtet:

Nicht müde werden
sondern dem Wunder leise
wie einem Vogel die Hand hinhalten.

Foto: Archiv
Text: Gemeindebrief/Martina Köster-Schneider

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Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
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