Bericht | Landessynode VIII

Jüdisches Leben besser kennenlernen - Erinnerungskultur stärken


Jüdisches Leben besser kennenlernen und die Erinnerungskultur stärken

Landessynode würdigt 40 Jahre Synodalbeschluss und justiert nach

Bad Neuenahr. Die Evangelische Kirche im Rheinland steht an der Seite des Judentums. Das hat die Landessynode heute aus Anlass des Jubiläums 40 Jahre Synodalbeschluss „Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden“ bekräftigt. Unter der Überschrift „Umkehr und Erneuerung“ beschreibt die rheinische Kirche ihr Verhältnis zum Judentum als bleibende Aufgabe.

Gott hält an der Erwählung seines Volkes Israel fest
Die Landessynode hatte im Jahr 1980 mit Bezug auf die Schoa und das Versagen der evangelischen Kirche angesichts der Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus sowohl theologisch ihr Verhältnis zum Judentum als auch ihre Mitverantwortung für den Holocaust und das antisemitische Klima in Deutschland formuliert. Sie hatte dabei die abendländische Tradition von der Ersetzung des alten Bundes Gottes mit Israel durch den neuen Bund in Jesus Christus als falsch und judenfeindlich zurückgewiesen. Vielmehr stehe das „neue“ Gottesvolk der Christinnen und Christen gleichberechtigt neben dem „alten“ Gottesvolk. Die Landessynode hatte von der „Treue Gottes, der an der Erwählung seines Volkes Israel festhält“ gesprochen. Konsequent beschloss sie auch eine Absage an die Judenmission, da „Juden und Christen je in ihrer Berufung Zeugen Gottes vor der Welt und voreinander sind“.

Beschluss bekräftigend, vertiefend, aktualisierend wiederaufgreifen
Die laufende Landessynode hat der rheinischen Kirche heute in Erinnerung an das 40. Jubiläum ein „erneutes bekräftigendes, vertiefendes und aktualisierendes Wiederaufgreifen“ ihres Beschlusses von 1980 auf die Tagesordnung geschrieben. Neben der Vertiefung des christlich-jüdischen Gesprächs im Bildungsbereich – von Kindertagesstätte über die Konfirmandenarbeit bis zum Theologiestudium – geht es der Landessynode auch darum, jüdisches Leben vor Ort besser kennenzulernen und einem „Unbehagen an der Erinnerungskultur“ entgegenzuwirken. Nicht zuletzt sieht sich die Landessynode angesichts der „verhärteten und von Gewalt geprägten Situation in der Region Israel/Palästina“ in der Pflicht, den Diskurs über ihr Bekenntnis von 1980, dass „die Errichtung des Staates Israel Zeichen der Treue Gottes gegenüber seinem Volk (ist)“ weiter zu führen, und diese Einsicht im Sinne einer „friedlichen Koexistenz und Nachbarschaft von Israelis und Palästinensern“ zu aktualisieren.

Vizepräsident Lehrer hat Synodalbeschluss als „Meilenstein“ gewürdigt
Zwei Tage zuvor hatte bereits Präses Manfred Rekowski als Reaktion auf ein Grußwort des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, das Grundverständnis der rheinischen Kirche zum Judentum bekräftigt. Abraham Lehrer hatte den Synodalbeschluss von 1980 als „Meilenstein“ bezeichnet, angesichts eines immer stärker werdenden Antisemitismus die evangelische Kirche zugleich zu einer vertieften Debatte über Bewegungen wie BDS aufgerufen – und darüber, welche Konsequenzen das für ihr Verhältnis zu Israel habe. Diese Synode werde uneingeschränkt an den Beschluss von 1980 anknüpfen und ihn angesichts aktueller Herausforderungen nachjustieren und weiterentwickeln, sagte der Präses zu Lehrer. Der Präses dankte dem Vizepräsidenten in diesem Zusammenhang für die Weggemeinschaft und das Vertrauen, dass die jüdische Gemeinschaft der rheinischen Kirche immer wieder entgegenbringe. (Die Pressemitteilung des Grußwortes von Abraham Lehrer ist abrufbar unter: www.ekir.de/url/7z2)

Stichwort: Christen und Juden
Die Erneuerung des Verhältnisses zum Judentum und die Förderung des christlich-jüdischen Gesprächs sind grundlegende Aufgaben der rheinischen Kirche. Sie „bezeugt die Treue Gottes, der an der Erwählung seines Volkes Israel festhält“ und „fördert das christlich-jüdische Gespräch“, sagt ihre Kirchenordnung. Ihrer Verantwortung für das christlich-jüdische Verhältnis kommt sie u. a. in ihrer gottesdienstlichen Praxis und ihrem gesellschaftspolitischen Engagement nach.

text: ekir-pressestelle/ör-wj

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