Reformation

Lebendiges Erbe

Die evangelischen Kirchen in Deutschland und der Welt feiern 500 Jahre Reformation. Untrennbar ist dieses Ereignis mit dem Jahr 1517 verbunden, in dem Martin Luther seine 95 Thesen in Wittenberg veröffentlichte. Zusammen mit anderen Reformatoren stand er am Anfang einer Bewegung, die die Welt damals veränderte und bis heute den Glauben, das Denken und das Handeln vieler Christinnen und Christen prägt. Das Erbe der Reformation ist bis heute lebendig in der Frage, welche Orientierung der Glaube an Christus gibt.

Von Wittenberg nach Wuppertal

An einem einzigartigen Ort hat reformatorische Tradition im 20. Jahrhundert Gestalt gewonnen. Mitten in Wuppertal-Barmen versammelte sich im Mai 1934 die Bekenntnissynode. Dort verabschiedeten die Synodalen die
Barmer Theologische Erklärung. Gegen die »Glaubensbewegung Deutsche Christen« versuchten sie den Glauben
und die Gestalt der Kirche gegenüber einem totalitären deutschen Staat und seiner nationalsozialistischen Ideologie zu schützen.

Ein Zeichen setzen

Wer heute durch Barmen geht, sucht bislang vergeblich nach Spuren der Reformation. Ins Auge stechen die Folgen einer tief greifenden Transformation gesellschaftlicher Wirklichkeit städtischen Lebens.
Die Gemarker Kirche ist ein Ort, an dem Versöhnung gelebt wird. Weltweit einzigartig stehen seit 2002 Kirche und Synagoge in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander. Das verdeutlicht die Neubestimmung des Verhältnisses von Christen und Juden in der Gegenwart und ist damit ein unübersehbares Zeichen gegen die lange und dunkle Geschichte der Judenfeindlichkeit, die sich ebenfalls von der Reformation bis in die Geschichte nach 1945 fortschreibt.

Losung des Tages

Wer meine Gebote hält und nach meinen Gesetzen lebt, der soll nicht sterben um der Schuld seines Vaters willen.
Hesekiel 18,17

Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi.
1.Petrus 1,18-19