Jahrestag

»Die Synode muss nach Barmen«

Heute vor 83 Jahren, am 29. Mai 1934, begann in der Gemarker Kirche die Erste Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche.

Die Barmer Theologische Erklärung gilt als zentrales Dokument des Kirchenkampfes in der NS-Zeit. Darin grenzten sich evangelische Christen von der Weltanschauung der Nationalsozialisten und den von der NSDAP unterstützten sogenannten Deutschen Christen ab. Die hatten bei Kirchenwahlen im Juli 1933 in den meisten Landeskirchen eine absolute Mehrheit erzielt und in der Folge nationalsozialistische Grundsätze wie Führerprinzip und den Arierparagraphen in der evangelischen Kirche durchgesetzt. Das gelang ihnen auch in der Kirche der altpreußischen Union, zu der das Rheinland gehörte.

Lediglich in den lutherischen Kirchen Bayerns, Württembergs und Hannovers konnten die Deutschen Christen keine Mehrheiten erzielen. Dies lutherischen Kirchen setzten sich gegen die Bemühungen der Deutschen Christen zur Wehr und beriefen sich dabei auf ihre Bekenntnisschriften. KritischePastoren und Gemeindeglieder aus der altpreußischen Union bauten ihrerseits eigene Leitungsstrukturen auf und hielten freie Synoden ab. Sie waren vor allem von dem Denken Karl Barths geprägt, einem reformierten Theologen, der an der Bonner Universität lehrte.

Beide Strömungen trafen sich vom 29. bis 31. Mai 1934 auf der ersten Bekenntnissynode in der Gemarker Kirche in Wuppertal-Barmen. Auf die Frage, ob die Synode nicht etwa in der Großstadt München abgehalten werden könne, soll der damalige bayrische Landesbischof Hans Meiser geantwortet haben: »Die Synode muss nach Barmen. Dort gibt es die richtigen Gemeinden dafür, nicht in der Großstadt München.« Meiser wusste darum, dass bei den Kirchenwahlen 1933 in Barmen-Gemarke nicht die Deutschen Christen, sondern die Liste der Bekennenden Kirche 70 Prozent der Stimmen errungen hatte. 

Am 31. Mai einigten sich 139 Vertreter lutherischer, reformierter und unierter Kirchen in der Barmer Theologischen Erklärung auf bekenntnishafte Formulierungen ihres Glaubens – das erste Mal seit dem 16. Jahrhundert. Deshalb sprachen viele auch von einem »Wunder«. Das in theologischem Stil gehaltene Dokument ist vor allem ein klares Bekenntnis zu Jesus Christus als dem einen Herrn der Kirche.

Heute gehört der Text zu den wegweisenden Glaubenszeugnissen der Kirche im 20. Jahrhundert. Auch die Evangelische Kirche im Rheinland steht in der Tradition von Barmen. Im Evangelischen Gesangbuch ist die Theologische Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen unter den Bekenntnissen und Lehrzeugnissen der Kirche abgedruckt (Nummer 858).

foto:archiv
text:ekir.de/ör-mg

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Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
Epheser 2,10