EKD | Wuppertal (2)

Gedenken und Ehrung in Gemarke

Am Nachmittag besuchte die EKD-Delegation die Gemarker Kirche und traf sich im Gemeindesaal, vis à vis zur Bergischen Synagoge, zu einer Ratssitzung. Die anderen Mitglieder besuchten derweil die Ausstellung in der Gemarker Kirche oder fuhren eine Runde mit der Schwebebahn. Anschließend ging es zum Gedenkgottesdienst für die Opfer des Nationalsozialismus, der in jedem Jahr am 27. Januar in der Gemarker Kirche stattfindet.

"Matthäus am Letzten..."
Der Gottesdienst wurde in diesem Jahr von Ulrike Schrader, Begegnungsstätte Alte Synagoge, und Pfarrer Martin Engels, Moderator des Reformierten Bundes, gestaltet. Im Mittelpunkt stand ein Brief von Leo Löwenthal, den der Jude aus Ronsdorf im Jahr 1941 an seine Tochter Trude Katz und ihren Mann Hans in Amerika geschrieben hatte und in dem er dringend und eindrücklich um Unterstützung für die Ausreise aus Deutschland nachsuchte. Der Brief des Vaters hatte keinen Erfolg, auch wenn die Kinder Geld für eine Passage nach Kuba auftreiben konnten. Leo Löwenthal erreichte dieses erlösende Ticket nicht mehr. Er wurde nach Litzmannstadt deportiert und starb dort durch die Nazis.
Martin Engels stellte seine Predigt in Aufnahme eines Briefzitats unter das Motto 'Matthäus am Letzten...' (Die Predigt finden Sie demnächst unten im Download). Der Gottesdienst wurde eindrücklich musikalisch mitgestaltet von Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk an der Orgel.

"Danke Wuppertal"
Schon vor dem Gottesdienst hatte sich der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, im Beisein von Oberbürgermeister Andreas Mucke im Ausstellungsfoyer der Kirche in das Goldene Buch der Stadt Wuppertal eingetragen. Er schrieb: "Alles Gute und Gottes Segen für die Stadt Wuppertal und alle Menschen, die in ihr leben." Er dankte herzlich für die freundliche Aufnahme der Delegation in der Stadt und erinnerte sich an seinen ersten Besuch in Wuppertal: "Vor 37 Jahren war ich als Student hier auf einer Tagung zur Barmer Theologischen Erklärung. Damals haben wir schon die fehlenden Worte der Erklärung und der Bekennenden Kirche zum Leid der Juden damals bedauert. Damals gab es an dieser Stelle noch keine Synagoge. Dass es sie jetzt gibt, direkt neben der Kirche, dass Nachbarschaft zwischen Juden und Christen hier selbstverständlich gelebt wird, macht mich sehr froh und hoffnungsvoll."

Zum Ende des Gottesdienstes, der auch das Ende der Tagung markierte, zog Bedford-Strohm eine erste Bilanz: "Wir nehmen sehr viele berührende Impulse mit aus ihrer Stadt. Danke für viel Inspirierendes und Hoffnung machendes. Danke Wuppertal !"

text und fotos: werner jacken / öffentlichkeitsreferat

Zurück

Losung des Tages

Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.
1.Mose 2,7

Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
Epheser 2,10